CVJM-Damen bleiben chancenlos und unterliegen 48:85 beim Tabellenzweiten.
22. Januar 2012, Felix Georg
22. Januar 2012, Felix Georg
Einen kleinen Rückschlag mussten die Regionalliga-Damen des CVJM Kassel am 15. Spieltag einstecken. Nachdem man nach dem Sieg gegen Mainz am vorherigen Spieltag bereits 7 Spiele vor Saisonende den gesicherten Klassenerhalt feiern konnte, wollte man auch in Hofheim beim neuen Tabellenzweiten ein gutes Spiel abliefern und möglichst die Punkte aus Südhessen entführen. Letztlich musste man jedoch mit einer Niederlage im Gepäck die Heimreise in den Norden antreten und dabei vor allem auf viele Fehler im eigenen Spiel zurückblicken, welche den überlegenen Hofheimern den Weg zum Sieg ebneten: „Wir haben heute bis auf die ersten Minuten überhaupt nicht in unser Spiel gefunden. Dem Druck der Hofheimer Spielerinnen konnten wir nichts entgegensetzen, haben uns zunehmend verunsichern lassen und zu viele Fehler in Angriff und Verteidigung begangen. Hofheim war heute die klar bessere Mannschaft, auch an einem guten Tag wäre es sehr schwer geworden. Mehr als die Niederlage ärgert uns jedoch deren Höhe und wie sie zustande gekommen ist“, musste Trainer Felix Georg der gegnerischen Leistung Tribut zollen und die eigenen Fehler anerkennen.
Dabei begann man zunächst durchaus konzentriert: nach einem Dreier von „Pepsi“ Hutsch zum 6:5 und zwei weiteren Punkten von Claudia Pastuszko stand es nach 9 Minuten im bis dahin punktearmen 1. Viertel 8:8. Während im Angriff bis dahin wenig zusammenlief, war der knappe Spielstand vor allem der Verteidigungsleistung geschuldet. In der letzten Minute des ersten Viertels zogen die Gastgeberinnen jedoch noch einmal erheblich das Tempo an, den Gästen unterliefen sowohl im Angriff als auch der Verteidigung unnötige Fehler, was die Hofheimerinnen zu einem 9:0-Zwischenspurt ausnutzen und mit einer 9:20-Führung in die erste Viertelpause gingen.
Von diesem erholten sich die CVJM-Damen in der Folge leider auch nicht mehr. Zwar kämpfte man sich zu Beginn des 2. Viertels noch einmal auf 16:25 heran, ein weiterer 8:0-Lauf der Taunusstädterinnen zum 16:33 sollte jedoch bereits die Vorentscheidung in einer in der Folge einseitigen Partie sein. Mit einem 25:52-Rückstand ging man in die Halbzeitpause.
Nachdem die zweite Halbzeit mit einem technischen Foul gegen Kassels Trainer begann (die beiden folgenden Freiwürfe der Gastgeberinnen jedoch nicht auf dem Spielberichtsbogen zu finden sind), zeigte man in der Verteidigung endlich den erforderlichen Biss. In den ersten drei Minuten gestattete man Hofheim
nur einen freien Wurf. In der Folge fiel man jedoch zurück in die eigenen Fehler und Hofheim setzte sich weiter ab. Dabei hatte man auf Seiten der Nordhessinnen nicht nur mit dem eigenen Spiel zu kämpfen, sondern haderte leider auch zu häufig mit den Entscheidungen der Unparteiischen. Dies gipfelte in der 29. Minute mit dem zweiten technischen Foul gegen Kassels Trainer Felix Georg, der daraufhin die Halle verlassen musste. „Dafür muss ich mich zuallererst bei meiner Mannschaft entschuldigen, da ich sie damit im Stich gelassen habe für die letzten 11 Minuten in einer solch schwierigen Lage. Jedoch ist es als Trainer auch meine Pflicht, unsere Position gegenüber den Schiedsrichtern zu verteidigen“, blickte Georg dennoch selbstkritisch auf die erste Spieldisqualifikation.
Das letzte Spielviertel gestaltete sich dann etwas ausgeglichener: zwar erhöhten Hofheim erneut durch einen 6:0-Lauf auf 73:35, die verbleibenden 6 Minuten gingen jedoch mit 13:12 an die Gäste und bildeten somit einen versöhnlichen Abschluss eines ansonsten wenig erfolgreichen Sonntagabend. Mit einer bitteren 48:85-Niederlage trat man die Heimreise in den Norden an.
„Uns ist es nicht gelungen, die eigenen taktischen Vorgaben und Ideen auch nur annähernd umzusetzen. Gegen das schnelle und aggressive Spiel Hofheims haben wir es erneut nicht geschafft, unsere körperliche Überlegenheit unter den Körben auszunutzen. In der Regionalliga, insbesondere gegen die Spitzengruppe, gewinnt man so keine Spiele“, war Georg entsprechend kritisch. „Zur Niederlage hat auch die Vorbereitung ihren Beitrag geleistet, wir müssen uns nun auch im Training wieder steigern um uns angemessen vorzubereiten! Nächste Woche gegen Weiterstadt wollen wir zurück auf die Siegerstraße, dafür brauchen wir eine gute Trainingswoche und die Unterstützung der Fans.“
CVJM Kassel: Precht 8, Hutsch 8 (2 Dreier), Marten 7, Pastuszko 6, Kip 5, Gückelhorn 4, Oustioujina 4, Gacal 3, Hanke 2, Simon 1
Am nächsten Samstag, den 28.01.2012 empfängt die Mannschaft um Topscorerin Miriam Precht den zweiten hessischen Aufsteiger, die SG Weiterstadt. Im Hinspiel konnten sich die Nordhessinnen mit 54:51 durchsetzen und wollen auch im Rückspiel weitere zwei Punkte erkämpfen. Sprungball ist am Samstagabend um 18:00 Uhr in der Sporthalle Wilhelmshöhe (Büchnerstraße 1, Kassel-Wilhelmshöhe).
Wiedergutmachung gegen Weiterstadt
Anknüpfen an eigene Stärken für den Weg zurück auf die Erfolgsspur
Am Samstag empfangen die Regionalliga-Damen des CVJM Kassel den Mit-Aufsteiger der SG Weiterstadt und wollen dabei Wiedergutmachung für die bittere Niederlage in Hofheim leisten. „Die Partie gegen Hofheim hatten wir schnell abgehakt. Wichtig ist nun, dass wir aus den Fehlern lernen und uns voll auf die kommenden Aufgaben konzentrieren“, blickt Trainer Felix Georg voraus.
Nachdem man zuletzt zweimal gegen Mannschaften aus der Tabellenspitze antreten musste, empfängt man nun mit Weiterstadt den aktuellen Tabellenzehnten. Die Mannschaft von Trainer Manuel Lohnes konnte in der laufenden Saison erst dreimal als Sieger vom Feld gehen; da Tabellenschlusslicht Aschaffenburg bislang ohne Sieg und sogar mit -1 Punkten abgeschlagen auf dem einzigen Abstiegsplatz liegt, sollte auch für Weiterstadt der Klassenerhalt mehr als möglich sein.
Gegen die junge und schnelle Mannschaft der SG Weiterstadt konnte man sich im Hinspiel knapp mit 54:51 durchsetzen, tat sich dabei jedoch schwerer als nötig. Während es im Angriff nicht ganz rund lief, fand man vor allem in der Verteidigung insbesondere gegen Weiterstadts Flügelspielerin Tabea Stiller nicht das passende Mittel und gestattete der 1,76 cm großen Stiller insgesamt 22 Punkte, darunter vier erfolgreiche Dreipunktwürfe. Zwischenzeitlich hat sich Weiterstadt noch einmal verstärkt: mit der Tschechin Joanna Semerda ergänzt eine erfahrene Flügelspielerin das junge Team von Trainer Manuel Lohnes. Semerda ging in der vergangenen Saison für den ASC Mainz in der 2.Liga auf Korbjagd und bringt dem Team um Topscorerin Stiller und die Gießelbach-Schwestern vor allem zusätzliche Physis und Erfahrung. „Wir müssen unsere Stärken endlich besser einbringen. In der Verteidigung bereiten wir den meisten Teams durch unsere Zonen-Verteidigung erhebliche Probleme, auch in der Mann-Mann-Verteidigung sehen wir nun besser aus als zu Saisonbeginn. Allerdings haben wir in der Offensive noch einiges an Potential, um das Spiel einfacher und effektiver zu gestalten. Insbesondere unsere Größenvorteile müssen wir besser ausnutzen“, sieht Georg den Schlüssel zum Erfolg im eigenen Angriffsspiel. „Nach der Niederlage gegen Hofheim haben wir eine gute Trainingswoche hinter uns und wollen unbedingt den nächsten Sieg einfahren!“ Einfach wird dies gegen Weiterstadt jedoch keinesfalls.